Vergleich der Nebenwirkungen von Immuntherapie und Chemotherapie bei Lungenkrebs

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Laut einer Studie, die in einer der führenden medizinischen Fachzeitschriften, The Lancet Oncology, im November 2017 veröffentlicht wurde, ist bei Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs die Behandlung mit dem Immuntherapeutikum Pembrolizumab hinsichtlich der Lebensqualität deutlich besser als Chemotherapie.
Die neuartigen Immuntherapien, die Immuncheckpointhemmer, erhielten erstmals 2011 eine Zulassung zur Behandlung des malignen Melanoms, einer Hautkrebsart. Immuntherapien wurden anschließend rasch auch für mehr als zehn weitere Krebsarten zugelassen und leiteten eine neue Ära der Krebsmedizin ein.
Immuntherapien behandeln Krebs anders als die bisher häufig eingesetzten Verfahren: Statt Krebszellen direkt abzutöten, aktivieren sie das Immunsystem, damit dieses Krebszellen zerstört.
Obwohl inzwischen zahlreiche Immuntherapieformen beschrieben wurden, sind monoklonale Antikörper, die sogenannten Immuncheckpointhemmer, am wirksamsten. Sie blockieren Zelloberflächenmoleküle, durch die Krebszellen vom Immunsystem als Freunde wahrgenommen werden. Die bekanntesten dieser Moleküle sind PD-1, PD-L1 und CTLA4. Die gegen PD-1 entwickelten Wirkstoffe Nivolumab und Pembrolizumab wurden bisher für mehr Krebsarten zugelassen als andere Immuncheckpointhemmer; dazu gehört auch Lungenkrebs.

Das an PD-1 bindende Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) besitzt für Stadium 4 bei nichtkleinzelligem Lungenkrebs sowohl als Erstlinientherapie als auch für bereits anderweitig behandelte Patienten eine FDA-Zulassung .
Eine ideale Krebsbehandlung sollte Krebszellen abtöten, ohne gesunde Zellen zu schädigen. Da Immuntherapien indirekt über das Immunsystem auf Krebszellen wirken, wird angenommen, dass sie im Allgemeinen weniger Nebenwirkungen haben. Bislang gibt es jedoch nur wenige Studien, die ihre Nebenwirkungen mit denen von Chemotherapien vergleichen.
Einzelheiten der Studie zum Vergleich von Immuntherapie- und Chemotherapienebenwirkungen bei Lungenkrebs
Insgesamt 305 zuvor unbehandelte Lungenkrebspatienten wurden zufällig auf 2 Gruppen verteilt: 154 erhielten Pembrolizumab, 151 eine platinbasierte Chemotherapie. Die Zeit, in der die Behandlung den Krebs kontrollierte, das progressionsfreie Überleben, war unter Pembrolizumab deutlich besser.
Neben der Wirksamkeit wurden Nebenwirkungen und Lebensqualität verglichen. Die Nebenwirkungen wurden anhand von Husten, Brustschmerzen und Atemnot (Dyspnoe) beurteilt.
Anders als in vielen früheren Nebenwirkungsstudien füllten die Patienten Fragebögen mit Fragen zu ihrer Gesundheit selbst aus. Dazu verwendeten sie eine Software für patientenberichtete Ergebnisse (Patient Reported Outcomes = PRO) .
Am Ende zeigte sich: Wird Pembrolizumab als Erstlinienbehandlung bei PD-L1-positivem nichtkleinzelligem Lungenkrebs im Stadium 4 eingesetzt, verspricht es gegenüber Chemotherapie sowohl eine wirksamere Behandlung als auch eine bessere Lebensqualität.
Quellen
Health-related quality-of-life results for pembrolizumab versus chemotherapy in advanced, PD-L1-positive NSCLC (KEYNOTE-024): a multicentre, international, randomised, open-label phase 3 trial.
Lancet Oncol. 2017 Nov 9
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