2017: 4 revolutionäre Entwicklungen in der Krebsbehandlung

2017 erlebten wir den Aufstieg genetisch und immunologisch basierter Krebsmedikamente (Immuntherapien). FDA genehmigte allein dieses Jahr 45 neue Krebsmedikamente. Besonders genetisch passende Medikamente und personalisierte CAR-T-Zelltherapien wurden klinisch eingesetzt. Betrachten wir diese Entwicklungen gemeinsam:
1) 23. Mai 2017: Erstmals genehmigte die FDA ein Krebsmedikament nach genetischen Tumoreigenschaften unabhängig vom Organ. Immuntherapie- medikament Pembrolizumab (Keytruda) wurde unabhängig vom Ursprungsorgan nach Mikrosatelliteninstabilität (Grad genomischer Instabilität) zugelassen. Es dient Tumoren mit hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI) und lässt das Immunsystem Krebszellen als Feinde erkennen. Bei kolorektalem, Brust-, Magen-Darm- und Prostatakrebs kommen Mikrosatelliteninstabilität und DNA-Reparaturstörungen unterschiedlich häufig vor.
2) 30. August 2017: Die FDA genehmigte Kymriah als erste CAR-T-Zelltherapie. Diese CAR-T-Zelltherapie Kymriah wird bei Patienten bis 25 Jahren mit rezidivierter B-Zell-akuter lymphoblastischer Leukämie eingesetzt. Dafür werden kämpfende T-Zellen des Patienten entnommen, genetisch zur Krebszellsuche verändert und zurückgegeben.
3) 18. Oktober 2017: Die FDA genehmigte Yescarta als zweite CAR-T-Zelltherapie für Erwachsene mit großzelligem B-Zell- Lymphom . Yescarta und Kymriah gingen als erste lebende Medikamente gegen Krebs in die Geschichte ein. 4) 30. November 2017: Erstmals genehmigte die FDA auch den mit moderner Gentechnik entwickelten Test Foundation One CDx zur Krebsdiagnose und Therapieplanung. Foundation One CDx kann in 324 krebsbezogenen Genen Mutationen erkennen. Sie kommen bei Lungen-, Darm-, Brust-, Eierstock- und Hautkrebs häufig vor. Diese FDA-Zulassung war ein wichtiger Wendepunkt für die Präzisionsmedizin.
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