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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie

Encorafenib und Binimetinib erhielten FDA-Zulassung bei inoperablem Melanom oder Melanom im 4. Stadium

Encorafenib und Binimetinib erhielten FDA-Zulassung bei inoperablem Melanom oder Melanom im 4. Stadium

Am 27. Juni 2018 ließ die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA bei positiver BRAF-V600E- oder V600K-Mutationund inoperablem oder metastatischem Melanom (4. Stadium) die Kombination aus Encorafenib und Binimetinib(Braftovi und Mektovi) zu.

Die Zulassung beruht auf einer Untersuchung bei BRAF-V600E- oder V600K-mutationspositivem, nicht operativ entfernbarem oder metastatischem Melanom mit 577 Patienten: der randomisierten, aktiv kontrollierten, offenen, multizentrischen klinischen Studie COLUMBUS. Die COLOMBUS-Studie gehörte zugleich auf der ASCO 2018zu den aufsehenerregendsten Präsentationen.

Die Patienten wurden in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Die erste erhielt Binimetinib 45 mg zweimal täglich und Encorafenib 450 mg einmal täglich,
  • die zweite Encorafenib 300 mg einmal täglich und
  • die dritte Vemurafenib 960 mg zweimal täglich.

Die Behandlung dauerte bis zur Krankheitsprogression oder bis zu nicht akzeptablen Nebenwirkungen.

Als primärer Wirksamkeitsendpunkt wurde das progressionsfreie Überleben (Dauer der Krankheitskontrolle unter Therapie) festgelegt.

Nach den Studienergebnissen;

  • betrug das mediane progressionsfreie Überleben unter Binimetinib plus Encorafenib 14.9 Monate und unter alleiniger Vemurafenib-Behandlung 7.3 Monate.
  • Diese Zweifachtherapie verringerte das Progressionsrisiko gegenüber der Standardbehandlung Vemurafenib um %46.
  • Die Gesamtansprechraten betrugen jeweils %63 und %40, die medianen Ansprechdauern jeweils 16.6 und 12.3 Monate.
  • Bei den übrigen Vergleichen zwischen den Behandlungsarmen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede.

Die häufigsten (≥25%) Nebenwirkungen bei Patienten mit der Kombination waren Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Arthralgie. Ein Absetzen wegen Nebenwirkungen erfolgte bei % 5 der Patienten mit Kombinationstherapie; die häufigsten Gründe waren Blutungen und Kopfschmerzen.

Empfohlene Dosen: Binimetinib 45 mg zweimal täglich und Encorafenib 450 mg einmal täglich.

Zusammenfassend haben Encorafenib und Binimetinib als neue Kombination bei BRAF-positivem Melanom ihren Platz in der klinischen Praxis eingenommen. Gegenüber den bei dieser Diagnose früher zugelassenen Kombinationenscheinen sie wirksamer zu sein, es gibt jedoch noch keine entsprechende Vergleichsstudie. Auch hinsichtlich der Nebenwirkungen scheinen sie günstiger zu sein.

Quellen

FDA approves encorafenib and binimetinib in combination for unresectable or metastatic melanoma with BRAF mutations.
fda.gov
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