Frauen mit Brustrekonstruktion aus eigenem Gewebe sind zufriedener

Brustkrebsoperation und anschließende Rekonstruktion aus eigenem Gewebe sind bei Frauen mit höherer Komplikationswahrscheinlichkeit (Nebenwirkungen) verbunden. Doch nach zwei in JAMA Surgeryim Juni 2018 veröffentlichten Studien fühlen sie sich besser und sind zufriedener als Frauen, die Implantate wie Silikon wählen.
"Diese Studien sind für die gemeinsame Entscheidungsfindung mit dem Arzt entscheidend, wenn sowohl autologe (eigene) als auch prothetische (künstliche) Brustrekonstruktion infrage kommen." So die Studienautoren Dr. Kenneth Fan und Dr. David Song.
Die erste Studie verglich an 11 Standorten bei 2343 Frauen die 2-Jahres-Komplikationsraten verschiedener Rekonstruktionstechniken nach Brustkrebsoperation.
Von diesen Patientinnen erhielten;
- 1525 (% 65,1) eine Expander-Implantat-Rekonstruktion (expander-implant, EI),
- 112 (% 4.8) ein direktes Implantat (direct-to-implant, DTI),
- 85 (% 3.6) einen gestielten transversalen Rectus-abdominis-Muskel-Haut-Lappen (pTRAM) (Rückenmuskelgewebe),
- 95 (% 4.1) einen freien transversalen Rectus-abdominis-Muskel-Haut-Lappen (fTRAM),
- 390 (% 16.6) tiefe inferiore epigastrische Perforatorlappen (DIEP) (Bauchmuskelgewebe),
- 71 (% 3.0) einen Latissimus-dorsi-Lappen (LD) (Rückenmuskel) und
- 65 (% 2.8) oberflächliche inferiore epigastrische Arterienlappen (SIEA).
Damit wurden bei %70 Implantate und bei %30 eigenes Gewebe zur Brustrekonstruktion verwendet.
Die Gesamtkomplikationsrate betrug %32.9. Reoperationsbezogene Komplikationen traten bei %19.3 und Wundinfektionen bei %9.8 auf. Die Analyse nach 2 Jahren ergab, dass Frauen mit autologer Rekonstruktion (aus eigenem Gewebe) keine höhere Komplikationswahrscheinlichkeit hatten als Frauen mit Brustprothesenverfahren.
In der Untergruppenanalyse betrug die Komplikationsrate jedoch bei Expander-Implantaten %26.6 und bei SIEA-Lappen % 73.9. Die Rate reoperationsbezogener Komplikationen stieg von %15.5 bei Expander-Implantaten auf %30.8 bei SIEA-Rekonstruktionen.
Die Raten erneuter operationsbedingter Komplikationen ähnelten überraschend den Ergebnissen von vor 15 Jahren.
Insgesamt versagte die Rekonstruktion nur bei %5.4 der Frauen. Bei Implantaten war die Versagensrate mit %7.1 höher als bei allen anderen Verfahren; bei pTRAM-Lappen betrug sie beispielsweise %1.2. Die Wundinfektionsrate insgesamt lag bei % 9.8 (FTRAM-Lappen %5.3; direkte Implantatrekonstruktion %15.2).
Zusammenfassend fanden die Forscher zwischen den Rekonstruktionsarten bei allgemeinen und wiederholten Komplikationen bedeutsame Unterschiede nicht. Diese Informationen sind für Frauen und Chirurgen bei Rekonstruktionsentscheidungen entscheidend.
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Frauen, die Brustrekonstruktion aus eigenem Gewebe wählen, sind zufriedener
In der zweiten Studie nutzten Dr. Andrea Pusic und Kollegen bei 2013 Frauen den BREAST-Q-Fragebogen, um 2 Jahre nach Rekonstruktion mit Implantaten oder autologen Techniken Zufriedenheit und brustbezogene Lebensqualität zu untersuchen.
Frauen mit autologer Rekonstruktion (aus eigenem Gewebe) waren mit ihren Brüsten zufriedener und hatten höheres psychosoziales und sexuelles Wohlbefinden, wie festgestellt wurde.
Pusic und Kollegen erklärten: "Diese Ergebnisse können Patienten und Kliniker über die zu erwartende Zufriedenheit und Lebensqualität nach autologen und implantatbasierten Verfahren informieren und die gemeinsame Entscheidungsfindung im klinischen Alltag weiter fördern." So ihre Aussage.
Seit 2000 werden Implantate bei der Brustrekonstruktion allerdings stärker nachgefragt. Als möglicher Grund des US-Trends wird genannt, dass die finanzielle Vergütung autologer Transplantationen gegenüber Implantaten abgenommen hat.
Die Studie zeigte außerdem, dass nach autologer Rekonstruktion kurzfristige Revisionen durch eine zweite Operation zwar häufiger, spätere Revisionen jedoch seltener waren.
Fazit
Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebsart und wird inzwischen meist im Frühstadium erkannt. Deshalb nehmen Interesse, Nachfrage und Bedarf an Brustrekonstruktion zu. Viele Patienten entscheiden sich nach der Behandlung dafür und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden; manche berichten sogar von einem ansprechenderen Aussehen als zuvor. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, deren Vielfalt verwirren kann. In diesem medizinischen Bereich mit schwierigen Entscheidungen liefern die beiden großen multizentrischen Studien wertvolle Informationen. Nun sind auch wesentliche Vorteile einer Rekonstruktion aus eigenem Gewebe gezeigt. Die gemeinsame Entscheidung mit dem Arzt anhand persönlicher Vorlieben und Krankheitsmerkmale wird durch diese Studien gestützt.
Quellen
Comparison of 2-Year Complication Rates Among Common Techniques for Postmastectomy Breast Reconstruction.
JAMA Surg. June 2018.
2. Katherine B. Santosa, Ji Qi, Hyungjin M. Kim ve ark.
Long-term Patient-Reported Outcomes in Postmastectomy Breast Reconstruction.
JAMA Surg. June 2018.
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