Zusammenhang von sieben Krebsarten mit BRCA1- und BRCA2-Mutationen belegt

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Frühere Studien zeigten Zusammenhänge von Brust-, Eierstock-, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs mit BRCA1 und BRCA2. Eine neue große Fall-Kontroll-Studie ergab nun, dass pathologische Varianten (schädliche Mutationen) der Gene BRCA1 und BRCA2 mit einer größeren Zahl von Krebsarten verbunden sind. JAMA Onkologie – in dieser Fachzeitschrift veröffentlichte Ergebnisse legen nahe, dass genetische Tests auf BRCA1 und BRCA2 bei einer breiteren Patientengruppe eingesetzt werden sollten.
Zusätzlich zu den bekannten Zusammenhängen zeigte die neue Studie eine Verbindung pathologischer BRCA1-Mutationen mit Gallengangskrebs, von BRCA2-Mutationen mit Ösophaguskarzinomen (Speiseröhrenkrebs) und von BRCA1/2-Mutationen mit Magenkrebs.
HINWEIS: BRCA1 steht für "BReast CAncer 1 (Brustkrebs 1)", BRCA2 für "BReast CAncer 2 (Brustkrebs 2)". Die auf Chromosom 17 liegenden Gene BRCA1 und BRCA2 spielen bei Zellwachstum, Zellteilung und Reparatur von DNA-Schäden eine Rolle. Mutationen der BRCA-Gene können dazu führen, dass sich unreparierte DNA-Schäden in den Zellen ansammeln. Dadurch kann das Risiko für bestimmte Krebsarten steigen. BRCA-Mutationen bei einem Patienten machen ihn empfindlicher gegenüber einer neueren Krebsmedikamentenklasse namens RAPR-Hemmer .

Die japanische Studie
Das Team unter Dr. Yukihide Momozawa vom Zentrum für integrative medizinische Wissenschaften in Japan schrieb zu seiner neuen Arbeit:
„Wir fanden, dass pathologische Varianten (Mutationen) von BRCA1 und BRCA2 mit mehr Krebsarten verbunden sind, als frühere Analysen europäischer Studien erkennen ließen. Unsere Analyse betrifft die Entwicklung und Harmonisierung von Leitlinien zu genetischen Tests, Behandlungsmöglichkeiten und der Behandelbarkeit mit PARP-Hemmern bei den einzelnen Krebsarten.“
Momozawa und seine Kollegen führten anhand von Daten aus der japanischen Biobank von April 2003 bis März 2018 mit 63828 Patienten und 37086 Kontrollpersonen eine groß angelegte genetische Sequenzierung für 14 häufige Krebsarten durch. Sie schätzten das Risiko für jede Krebsart und ermittelten klinische Merkmale, die mit dem Trägerstatus pathogener Varianten zusammenhingen. Außerdem untersuchten sie den Nutzen der Familiengeschichte zur Erkennung von Patienten mit pathogenen Varianten.
315 pathologische Varianten identifiziert (Gesamtzahl schädlicher genetischer Veränderungen in 2 Genen)
Die Risikoverhältnisse waren für Gallengangskrebs bei BRCA1, für Speiseröhrenkrebs bei BRCA2 und für Magenkrebs bei BRCA1 und BRCA2 deutlich erhöht. Es wurden außerdem 2 weitere mit BRCA1 und 4 weitere mit BRCA2 verbundene Krebsarten gefunden. Entsprechend der zunehmenden Zahl bei Verwandten berichteter Krebsarten stieg die Zahl der Mutationsträger bei Gallengangs-, weiblichem Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs.
Männliche Brustkrebspatienten hatten eine sehr hohe Häufigkeit pathologischer BRCA2-Varianten (18,9%), nicht aber von BRCA1-Varianten (1,89%). Die nächsthöchsten Raten zeigten Patientinnen mit Eierstockkrebs (4,6% bei BRCA1 und 3,42% bei BRCA2). Bei den weiteren sechs Krebsarten mit neu beobachteter Verbindung lag die Häufigkeit über 1%. Bei 4128 Patienten wurden mehrere Krebsarten festgestellt (6,3%). Die Häufigkeit pathologischer BRCA1-Varianten betrug bei einer Krebsart 0,44%, bei zwei 0,85% und bei drei 0,69%. Bei BRCA2 lagen die entsprechenden Raten bei 0,97%, 1,40% und 1,74%.
Genetische Tests auf BRCA1- und BRCA2-Mutationen sollten breiter eingesetzt werden
Die neueren Krebsmedikamente namens PARP-Hemmer wurden entwickelt, um pathologische Mutationen von DNA-Reparaturgenen gezielt anzugreifen. Bisher wurde bei Eierstock-, Brust-, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs mit pathogenen BRCA1- und BRCA2-Varianten eine erhebliche Wirksamkeit festgestellt. Die neue Studie betont die Bedeutung, bei mehr Patienten erbliche Krebsgene zu testen; dadurch könnten auch PARP-Hemmer mehr Patienten helfen. Besonders bei Patienten mit Gallengangs-, Zervix- (Gebärmutterhals-), Kolon- und Rektum-, Endometrium- (Gebärmutter-), Speiseröhren- oder Magenkrebs und einer Familiengeschichte von Krebs sollten diese Tests erwogen werden.
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- Verwandtes Thema: Sollten bei allen Krebspatienten erbliche Gentests vorgenommen werden?
Quellen
2. Study Confirms BRCA1 and BRCA2 Linked to Seven Cancers - Medscape - 12. Juli 2022.
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