Cabozantinib erhält die FDA-Zulassung für Schilddrüsenkrebs

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Bei einer nach vorausgegangener VEGFR-gerichteter Behandlung fortschreitenden, für eine Radiojodtherapie ungeeigneten oder dagegen resistenten, metastatischen oder lokal fortgeschrittenen differenzierten (ausgereiften) Schilddrüsenkrebserkrankung erhielt für erwachsene und pädiatrische Patienten ab 12 Jahren das Medikament Cabozantinib (Cabometyx, Exelixis, Inc.) am 17. September 2021 die FDA-Zulassung.
Hinweis: Zu den differenzierten Schilddrüsenkrebsarten gehören "papillärer", "follikulärer" und "medullärer" Schilddrüsenkrebs.
FDA-Zulassung auf Grundlage der COSMIC-311-Studie
Die Wirksamkeit wurde in COSMIC-311 untersucht, einer randomisierten (2:1), doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrischen klinischen Studie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastatischem differenziertem Schilddrüsenkrebs, der nach vorheriger VEGFR-gerichteter Behandlung fortgeschritten und gegen Radiojod resistent war. Die Patienten wurden randomisiert und erhielten bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu nicht tolerierbaren Nebenwirkungen einmal täglich oral 60 mg Kabozantinib oder Placebo zusammen mit bestmöglicher unterstützender Versorgung.
Die primären Wirksamkeitsendpunkte waren in der zur Behandlung vorgesehenen Patientengruppe das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Gesamtansprechrate bei den ersten 100 randomisierten Patienten, beurteilt nach RECIST 1.1 durch ein verblindetes unabhängiges radiologisches Begutachtungskomitee.
Ergebnisse
Cabometyx verringerte im Vergleich zu Placebo das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder Tod deutlich (p<0,0001).
Im Cabozantinibarm betrug die mediane progressionsfreie Überlebenszeit 11 Monate (95% KI: 7,4, 13,8), gegenüber 1,9 Monaten bei den Patienten unter Placebo (95% KI 1,9, 3,7).
Die Gesamtansprechrate betrug im Cabozantinib- und Placeboarm jeweils 18% (95% KI: 10%, 29%) beziehungsweise 0% (95% KI 0%, 11%).
Die häufigsten (≥25%) Nebenwirkungen waren Durchfall, palmar-plantare Erythrodysästhesie (PPE), Müdigkeit, Bluthochdruck und Stomatitis. Der Arzneimittelinformation wurde ein Warnhinweis zu Hypokalzämie hinzugefügt.
Die empfohlene Dosis von Kabozantinib als Einzelwirkstoff beträgt einmal täglich 60 mg bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität. Bei pädiatrischen Patienten ab 12 Jahren mit einer Körperoberfläche von weniger als 1,2 m2 beträgt die empfohlene Kabozantinibdosis einmal täglich 40 mg bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu nicht akzeptabler Toxizität.
Wie wirkt Cabozantinib?
Cabozantinib hemmt das Zellwachstum und die Zellvermehrung, indem es die Aktivität folgender Tyrosinkinaseenzyme unterdrückt: VEGFR 1, 2 und 3, die an der Bildung neuer Blutgefäße zur Versorgung des Tumors beteiligt sind, sowie MET und AXL.
Vor dieser Zulassung hatte Cabozantinib bereits eine FDA-Zulassung erhalten;
- zunächst 2016 bei fortgeschrittenem Nierenkrebs,
- 2017 bei zuvor unbehandeltem fortgeschrittenem Nierenkrebs,
- 2019 bei vorbehandeltem fortgeschrittenem Leberkrebs und
- 2021 zusammen mit Nivolumab zur Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem Nierenkrebs.
Cabozantinib hatte außerdem für die Behandlung des seltenen "medullären Schilddrüsenkrebses" bereits 2012 die FDA-Zulassung erhalten und wird unter dem Handelsnamen Cometriq vermarktet. Cometriq und Cabometyx haben unterschiedliche Formulierungen und sind nicht gegeneinander austauschbar.
Quellen
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