Ermutigende Ergebnisse zur lungenerhaltenden Operation bei pleuralem Mesotheliom

In diesem Artikel
Malignes pleurales Mesotheliom (Krebs des Lungenfells): Bei der Behandlung betroffener Patienten wurde als chirurgischer Ansatz untersucht, ob eine Pleurektomie/Dekortikation (Abtragung des Lungenfells) das Gesamtüberleben verlängert. Dies war der Fall, wenn dabei alle sichtbaren Tumoren entfernt werden konnten – eine sogenannte makroskopisch vollständige Resektion. Diese Ergebnisse stammen aus einer retrospektiven (rückblickenden) Untersuchung, die am 3. Dezember 2020 in den Annals of Surgery veröffentlicht wurde.
Das pleurale Mesotheliom ist eine aggressive Krebserkrankung des Lungenfells, das die Lungenoberfläche bedeckt; sie wird überwiegend durch eine frühere Asbestexposition verursacht.
Die Leitlinien des US-amerikanischen National Comprehensive Cancer Network (NCCN) zur Diagnose und Behandlung des Mesothelioms empfehlen eine multimodale Behandlung (einen Ansatz mit mehreren Verfahren), einschließlich einer chirurgisch erzielten makroskopisch vollständigen Resektion. Systemische Therapien (Chemotherapie und Immuntherapie) gelten als grundlegende Behandlung dieser Erkrankung.
Bei der Behandlung des Mesothelioms umfasst die extrapleurale Pneumonektomie die Entfernung einer Lunge sowie von Teilen der parietalen Pleura (äußeres Lungenfell), des Perikards (Herzbeutels) und des Zwerchfells. Es handelt sich somit um eine sehr umfangreiche/radikale Operation. Eine alternative Operation beim Mesotheliom ist die Pleurektomie/Dekortikation, ein lungenerhaltendes Verfahren, bei dem die parietale (äußere) und viszerale (innere) Pleura sowie sichtbare Tumormassen entfernt werden. Die erweiterte Pleurektomie/Dekortikation umfasst außerdem die operative Entfernung des Perikards und des Zwerchfells auf derselben Seite.

Obwohl Hinweise darauf bestehen, dass Pleurektomie/Dekortikation und erweiterte Pleurektomie/Dekortikation bei der chirurgischen Behandlung des Mesothelioms zunehmend der extrapleuralen Pneumonektomie vorgezogen werden, zielte diese Studie darauf ab, kurz- und langfristige Ergebnisse sowie Faktoren zu bewerten, die den Krankheitsverlauf beeinflussen.
Diese Analyse beruhte auf Daten aus den Krankenakten von 355 aufeinanderfolgenden Mesotheliompatienten, die zwischen 2007 und 2015 in einem einzigen Krebszentrum eine geplante Pleurektomie/Dekortikation erhielten.
Die häufigsten postoperativen Komplikationen waren nicht lebensbedrohlich und lauteten nach Häufigkeit: länger anhaltendes Luftleck (46,5%), tiefe Venenthrombose (21,1%), Vorhofflimmern (13,9%), Lymphflüssigkeitsaustritt (7,9%), Empyem (7,6%) und Pneumonie (6,9%). Die 30- und 90-Tage-Mortalität (Sterberate) betrug bei diesen Patienten 3% beziehungsweise 4,6%.
Bei Patienten, bei denen mit dieser Operation alle sichtbaren Tumoren entfernt werden konnten, betrug das mediane Gesamtüberleben 23,2 Monate, gegenüber 11,6 Monaten bei unvollständiger Entfernung (P <0,0001).
In der Gruppe mit vollständiger chirurgischer Entfernung waren männliches Geschlecht (Hazard Ratio [HR], 1,79; im Vergleich zum weiblichen Geschlecht; P = 0,002) und ein höheres Tumorstadium (HR für T3 im Vergleich zu T1, 2,31: P <0,001) mit einem ungünstigeren Krankheitsverlauf verbunden. Dagegen waren eine adjuvante Chemotherapie (HR, 0,45 gegenüber keiner adjuvanten Chemotherapie; P <0,001), eine während der Operation erwärmte Chemotherapie (HR, 0,60; P = 0,024 ) und eine epitheloide Histologie (HR, 0,62 gegenüber biphasischer Histologie; P = 0,003) mit besseren Krankheitsergebnissen verbunden.
Fazit
Obwohl die Studie nur in einem Zentrum durchgeführt wurde, machten mehr als dreihundert Patienten die statistischen Analysen und die Aussagekraft der Studie zufriedenstellend. Diese Untersuchung bestätigt, dass die Pleurektomie/Dekortikation mit einer niedrigen 30- und 90-Tage-Mortalität durchgeführt werden kann.
Außerdem macht diese Operation eine multimodale Behandlung für Mesotheliompatienten besser umsetzbar.
Im Jahr 2020 waren bei der Behandlung des Mesothelioms sowohl die FDA-Zulassung der kombinierten (zweifachen) Immuntherapie als auch der in dieser Studie gezeigte Nachweis der Sicherheit und Wirksamkeit eines lungenerhaltenden chirurgischen Ansatzes sehr wichtige Entwicklungen für die Erweiterung vielversprechender Behandlungsmöglichkeiten.
Dieser Ansatz unterstützt den Stellenwert der Chirurgie bei der Behandlung des Mesothelioms und bildet eine Grundlage für künftige umfassende multizentrische Studien mit zufälliger Patientenzuteilung.
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Quellen
2. National Comprehensive Cancer Network (NCCN) Malignant Pleural Mesothelioma Guidelines V1.2021. Abgerufen am 14. Dezember 2020.
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