Welche Nebenwirkungen hat die Brustbestrahlung und wie lassen sie sich verringern?

In diesem Artikel
Bei der Brustkrebsbehandlung gehört die Strahlentherapiezusammen mit Chemotherapie und Operation zu den 3 häufigsten Verfahren. Sie wird zu verschiedenen Zwecken eingesetzt, meist jedoch nach brusterhaltender Operation als adjuvante (das Rückfallrisiko senkende) Bestrahlung von Brust und Achselhöhle. Während die Nebenwirkungen von Chemotherapie und Brustkrebsoperation gut bekannt sind, ist das Wissen über Nebenwirkungen der Bestrahlung und ihren Umgang begrenzt.
-Verwandtes Thema: Was ist Strahlentherapie, wie erfolgt sie und welche Arten gibt es? (Ausführlich)
Hier finden Sie Informationen zu folgenden Aspekten der Brustkrebsbestrahlung:
- kurzfristige Nebenwirkungen,
- langfristige Nebenwirkungen,
- seltene Nebenwirkungen und
- Möglichkeiten zur Verringerung der Nebenwirkungen.
Es gibt zwei Hauptarten der Strahlentherapie:
- Externe Bestrahlung: Dabei werden Brust und umliegendes Gewebe von einem äußeren Gerät bestrahlt. Dies ist das am häufigsten bevorzugte Verfahren bei Brustkrebs.
- Innere Bestrahlung (Brachytherapie): Dabei werden kleine radioaktive Pellets beziehungsweise Seeds kurzzeitig in den Körper eingebracht.
Die richtige Brustkrebsbehandlung hängt von vielen Faktoren ab, darunter Art und Stadium des Krebses, Alter und allgemeine Gesundheit. Der medizinische Onkologe entscheidet gemeinsam mit dem Behandlungsteam, der Patientin und ihren Angehörigen über die beste Behandlung.
Kurzfristige / frühe Nebenwirkungen der Brustbestrahlung
Kurzfristige Nebenwirkungen treten während oder unmittelbar nach der Behandlung auf, meist innerhalb von 6 Monaten.
Häufige kurzfristige Nebenwirkungen sind:
- Schmerzen: Manche Menschen empfinden leichte Beschwerden oder Schmerzen um die Brust oder Steifigkeit in der Schulter. Mit der Zeit sollten die Behandlungen weniger unangenehm werden.
- Hautveränderungen: Hautschäden sind eine häufige Bestrahlungsnebenwirkung. Gute regelmäßige Hautpflege ist während der Behandlung wichtig. Mögliche Veränderungen sind:
- Farbveränderungen (Rötung, Verdunkelung)
- Abschälen oder Abschuppen
- trockene, juckende oder brennende Haut
- Blasen
- übermäßige Feuchtigkeit und nässende Haut
- Schwellung: Brust oder umliegendes Gewebe können anschwellen oder sich entzünden. Die Schwellung sollte einige Wochen nach Behandlungsende zurückgehen.
- Haarausfall in Achselhöhle oder Brustbereich: Bestrahlung der Lymphknoten in Achselhöhle und Brustbereich kann dort Haare ausfallen lassen. Eine Bestrahlung des Kopfes kann ebenfalls vorübergehenden Kopfhaarausfall verursachen.
- Halsschmerzen: Bestrahlung der Lymphknoten um das Schlüsselbein kann Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden verursachen. Nach Behandlungsende sollten diese Beschwerden verschwinden.
- Müdigkeit: Bestrahlung kann müde machen. Krankenhausaufenthalt und andere Behandlungen wie Chemotherapie können dies verstärken. Während der Behandlung sind möglichst viel Schlaf und Ruhe wichtig.
- Verwandtes Thema: Kraftlosigkeit und Müdigkeit bei Krebs: Ursachen und Behandlung
Langfristige Nebenwirkungen der Brustbestrahlung
Langzeitnebenwirkungen treten Monate oder Jahre nach Behandlungsende auf und können umfassen:
- Brustveränderungen: Die Brüste können nach Bestrahlung kleiner oder dichter werden. Manche Frauen berichten Schwierigkeiten beim Stillen.
- Brachiale Plexopathie: Bestrahlung von Brust oder Brustwand kann manchmal Nerven schädigen, die durch Arm, Handgelenk und Hand verlaufen. Nervenschäden können dort Taubheit, Schmerzen oder Schwäche verursachen.
- Lymphödem: Dies ist eine Schwellung von Arm, Hand oder Brust. Bestrahlung kann manchmal Lymphknoten schädigen und eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit verursachen.
- Verwandtes Thema: Neuerungen in der operativen Behandlung des Lymphödems
Seltene Nebenwirkungen der Strahlentherapie bei Brustkrebs
Seltene Nebenwirkungen können umfassen:
- Übelkeit: Bestrahlung kann Übelkeit verursachen, dies ist jedoch sehr selten.
- Rippenbruch: Die Bestrahlung kann Rippen schwächen und Brüche verursachen oder begünstigen. Mit neuen Behandlungsprotokollen und neuen Bestrahlungsgeräten ist dies jedoch sehr selten.
- Herzprobleme: Als ältere Geräte nicht gezielt einzelne Organe bestrahlen konnten, wurden nach linksseitiger Brustbestrahlung Herzschäden berichtet. Mit neuen Geräten gehört auch dies zu den nahezu nicht mehr beobachteten Nebenwirkungen.
- Lungenprobleme: Sehr selten entzündet sich die Lunge durch Bestrahlung. Der medizinische Begriff ist Strahlenpneumonitis. Zu ihren Beschwerden gehören Atemnot, Husten und leichtes Fieber.
- Zweite (sekundäre) Krebserkrankung: Sehr selten kann Strahlenexposition das Risiko einer sekundären Krebserkrankung erhöhen.
Nachfolgendsind mögliche bestrahlungsbedingte Nebenwirkungen bei Brustkrebs dargestellt.

Was hilft, Nebenwirkungen der Brustbestrahlung zu verringern?
Der Nutzen der Strahlentherapie bei Brustkrebs überwiegt ihre Risiken bei Weitem. Zögern Sie daher nicht, sie wahrzunehmen, wenn Ihr Arzt sie für erforderlich hält. Brusterhaltende Operation : Die anschließende adjuvante (vorbeugende) Strahlentherapie dauert meist 4-5 Wochen.
Folgende Maßnahmen können die Bestrahlungszeit erleichtern:
- Leichte tägliche Tätigkeiten fortzusetzen und gleichzeitig bei manchen Aufgaben Hilfe von einer Betreuungsperson zu erhalten kann Stress und Müdigkeit verringern.
- Wärmekissen und Kühlpackungen können helfen, Schmerzen nach Strahlentherapie zu bewältigen.
- Lockere, nicht einengende Kleidung und Feuchtigkeitscreme können Beschwerden durch Hautveränderungen lindern. Zur Verringerung von Stress und Müdigkeit kann man Folgendes versuchen:
- Meditation
- nährstoffreiche Ernährung mit magerem Protein und viel Gemüse
- tägliche leichte Bewegung, auch wenn es nur ein kurzer Spaziergang ist
- regelmäßige Massagen
- Yoga
- Tagebuch zu Stimmung und Symptomen führen
- Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe
- Psychoonkologie : Unterstützung durch einen darin spezialisierten Psychiater oder Psychologen erhalten
Jede Nebenwirkung sollte, besonders beim erstmaligen Auftreten, unbedingt dem Onkologen oder der onkologischen Pflegekraft gemeldet werden.
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