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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie
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Die Zukunft onkologischer Investitionen – Biotechnologische Revolution in Krebsdiagnostik und -therapie

Die Zukunft onkologischer Investitionen – Biotechnologische Revolution in Krebsdiagnostik und -therapie
In diesem Artikel

Jeder zweite Mensch wird im Laufe seines Lebens an Krebs erkranken. Die Onkologie steht jedoch vor einer Revolution, die Investitionen in diesem Bereich ankurbeln dürfte. Dieser Beitrag fasst onkologische Entwicklungen und Investitionen aus dem Blickwinkel der Biotechnologie zusammen.

Die Bedeutung von Krebs

  • Krebs ist die zweithäufigste Todesursache.
  • Bis 2050 werden die weltweiten jährlichen Kosten von Krebs auf 25,2 Billionen Dollar geschätzt.
  • Wir erleben bemerkenswerte Fortschritte in Diagnostik und Behandlung. Für börsennotierte Unternehmen der Onkologie eröffnen sich immer mehr Möglichkeiten. Gleichzeitig bleibt dieser Bereich äußerst komplex und erfordert umfassende Fachkenntnisse, um sich darin erfolgreich zu orientieren.
  • Die Bewertungen im Biotechnologiesektor sind zuletzt deutlich gefallen. Große Pharmaunternehmen haben in der Vergangenheit bei Fusionen und Übernahmen hohe Aufschläge gezahlt, um auslaufende Patente zu ersetzen und innovative Produktportfolios aufrechtzuerhalten. So konnten sie ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen fortlaufend erneuern.
  • Die verfügbaren Finanzmittel großer Pharmaunternehmen, ihr sogenanntes „trockenes Pulver“, entsprechen derzeit etwa 75% der gesamten Marktkapitalisierung der Biotechnologieunternehmen. Dies zeigt ihr Potenzial für bedeutende Investitionen in die Biotechnologie.
  • Die Onkologie gilt nach Kriterien wie Wachstum, Innovationskraft und Verbreitung als eines der bedeutendsten Segmente der Biotechnologie.

Was ist Onkologie, und warum ist die Belastung so groß?

Onkologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit Krebs befasst. Krebs ist keine einzelne Erkrankung, sondern eine große Gruppe von Krankheiten verschiedener Organe und Gewebe, bei denen veränderte Körperzellen sich unkontrolliert teilen. Da es körpereigene Zellen sind, können sie der Immunantwort häufig entgehen. Ihre rasche Veränderung durch Mutationen führt dazu, dass vorhandene Therapien besonders in fortgeschrittenen Stadien nur begrenzte Zeit wirken. Krebszellen können Resistenzen entwickeln, und die Erkrankung schreitet fort. Ein großer Teil der Krebstodesfälle (90%) hängt mit Metastasen zusammen, bei denen sich Krebszellen in andere Körperregionen ausbreiten und die Erkrankung verschlimmern.

Jeder zweite Mensch wird irgendwann im Leben an Krebs erkranken. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache. Für die Zeit von 2020 bis 2050 werden die weltweiten gesellschaftlichen Kosten auf mehr als 25 Billionen Dollar geschätzt.

Die Onkologie will Krebs behandeln und erforscht dafür die grundlegende Biologie sowohl in vitro, etwa im Reagenzglas, als auch in vivo, in lebenden Organismen. Ihr Ziel ist es, die Diagnostik zu verbessern, Präventionsstrategien zu entwickeln und wirksamere therapeutische Verfahren bereitzustellen. Dazu gehören eine frühere Erkennung und die Entwicklung besserer Behandlungen, um erfolgreichere Ergebnisse im Kampf gegen Krebs zu erzielen.

Welche bahnbrechenden Fortschritte gibt es in der Krebsforschung?

Eine biologische Revolution ermöglicht bedeutende Fortschritte bei der Diagnose und Behandlung von Krebs.

Die Revolution der DNA-Sequenzierung ist eine zentrale Triebkraft der Innovation

Ein großer Teil der biologischen Revolution geht auf Fortschritte bei der Genomsequenzierung zurück. Im Jahr 2003 wurde das Humangenomprojekt erfolgreich abgeschlossen. Seitdem sinken die Kosten für die Sequenzierung eines menschlichen Genoms stetig. Während das Mooresche Gesetz besagt, dass sich die Zahl der Transistoren alle zwei Jahre verdoppelt und die Computerkosten dadurch halbieren, sind die Sequenzierungskosten wesentlich schneller gesunken.

Heute lässt sich ein menschliches Genom, dessen Erkenntnisse für die Wissenschaft unschätzbar sind, bereits für vergleichsweise geringe 600 Dollar sequenzieren. Der starke Kostenrückgang der letzten Jahre erleichtert die breite Anwendung genetischer Forschung und personalisierter Medizin. Die kostengünstige Sequenzierung trägt wesentlich dazu bei, Erkrankungen besser zu verstehen und neue Behandlungen zu entwickeln.

Heute lässt sich ein Genom für nur 600 Dollar sequenzieren und liefert unschätzbare wissenschaftliche Erkenntnisse

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CAR-T-Zelltherapie und Genomeditierung

Mit unserem besseren wissenschaftlichen Verständnis können wir biologische Abläufe und Mechanismen gezielt nutzen. Beispielsweise lassen sich T-Zellen eines Patienten, die Jägerzellen des Immunsystems, entnehmen und gentechnisch so verändern, dass sie Krebszellen erkennen. Anschließend werden sie dem Patienten zurückgegeben. Dieser Ansatz ist eine wichtige Neuerung und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, die krebsbekämpfende Wirkung des Immunsystems zu stärken.

Diese unter anderem von Novartis und Kite Pharmaceuticals, das von Gilead Sciences übernommen wurde, entwickelten Verfahren heißen CAR-T-Zelltherapien: T-Zellen mit chimären Antigenrezeptoren. Dabei werden körpereigene T-Zellen gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen gezielt angreifen. Besonders bei Blutkrebsarten wie Lymphomen und Leukämien wurden große Erfolge erzielt; für diese Anwendungen sind die Therapien bereits zugelassen. Auch andere zelluläre Behandlungen, etwa die TIL-Therapie, werden rasch weiterentwickelt.

Wirkmechanismus der CAR-T-Zelltherapie

CRISPR ermöglicht sehr präzise Änderungen der zellulären DNA und eröffnet damit eine neue Generation von Zelltherapien. Durch diese Technologie werden zwei wichtige Entwicklungen möglich:

  1. Gentechnisch veränderte allogene T-Zellen: Hier müssen die T-Zellen nicht mehr jedem Patienten entnommen und anschließend verändert werden. Allogene T-Zellen können bereits gentechnisch vorbereitet „aus dem Regal“ verfügbar sein und dadurch schneller und einfacher eingesetzt werden. Dies ist besonders bei dringendem Behandlungsbedarf ein wichtiger Vorteil.
  2. Zelltherapien bei soliden Tumoren: CRISPR und ähnliche Technologien unterstützen die Entwicklung von Zelltherapien gegen solide Tumoren, die aus Geweben oder Organen hervorgehen. Diese sind häufiger als Blutkrebserkrankungen. Wirksame Behandlungen auf diesem Gebiet wären daher ein großer Fortschritt im Kampf gegen Krebs.

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Das lebende Krebsmedikament wird 10: Wie CAR-T-Zelltherapien Leben verändert haben

Erste CRISPR-Therapie gegen Sichelzellkrankheit und Thalassämie in Großbritannien zugelassen

Flüssigbiopsien

Eine frühe Krebsdiagnose kann lebensrettend sein. Nach langjähriger Entwicklung durch Unternehmen wie GRAIL und Guardant Health lässt sich Krebs inzwischen mit einem nicht invasiven Bluttest erkennen. Dieser innovative Ansatz heißt „Flüssigbiopsie“ und ist ein sehr empfindliches diagnostisches Verfahren zum Nachweis krebsbedingten genetischen Materials im Blutkreislauf.

Besonders bemerkenswert ist, dass solche Tests bei scheinbar gesunden Menschen mehrere Krebsarten erkennen und sogar deren Ursprung bestimmen können. Die frühere Entdeckung kann eine erfolgreichere Behandlung ermöglichen. Besonders bei metastasierenden oder rasch fortschreitenden Krebsarten kann ein frühes Eingreifen die Sterblichkeit deutlich senken.

Wie stark senkt Früherkennung die Sterblichkeit? Flüssigbiopsie

Weiterentwickelte Flüssigbiopsien können bei der Therapiewahl und der Nachsorge nach einer Remission wichtig sein. Durch den Nachweis genetischen Materials von Krebszellen im Blut liefern sie Informationen darüber, welche Behandlung wirksamer sein könnte. Die gewonnenen Erkenntnisse können auch in die Planung und Entwicklung klinischer Studien einfließen.

Immunonkologie und Immuntherapien

Im vergangenen Jahrzehnt erlebten wir die Entwicklung und erfolgreiche Vermarktung antikörperbasierter Therapien als bedeutende Neuerung der Immunologie. Im Mittelpunkt stehen Immuncheckpoints. Immuncheckpoints sind Bremsmechanismen, die übermäßige Reaktionen unseres Immunsystems verhindern. Krebszellen können diese Kontrollpunkte durch ihre hohe Mutationsrate beeinflussen und dadurch der Immunabwehr entgehen.

Mit Checkpoint-Inhibitoren wie PD-1-Antikörpern können Onkologen diesen „Schutzmantel“ entfernen, mit dem sich Krebszellen vor dem Immunsystem verbergen. Diese Form der Immuntherapie hat das Überleben bei bestimmten Krebsarten, insbesondere Melanomen, erheblich verbessert. Bei manchen Patienten und Krebsarten sinken die Überlebenskurven nicht bis auf null. Dies bedeutet, dass die Erkrankung vollständig kontrolliert und möglicherweise geheilt wird.

Immuntherapien, insbesondere Medikamente wie Keytruda (Pembrolizumab), werden mittlerweile routinemäßig in der Erstlinientherapie eingesetzt. Keytruda ist das umsatzstärkste Medikament der Welt, für das 2023 ein weltweiter Umsatz von 24 Milliarden Dollar erwartet wird. Dies steht für einen wichtigen Fortschritt in der Krebsbehandlung.

Die umsatzstärksten Medikamente 2023

Trotz dieser großen Fortschritte sprechen nur etwa 20% der Patienten auf Immuntherapien an. Dies bietet erhebliche Chancen für neue immunonkologische Ansätze. Eine von Immunocore entwickelte Methode ermöglicht beispielsweise, T-Zellen auf bestimmte Proteine im Inneren von Krebszellen auszurichten. So können gentechnisch veränderte T-Zellen gegen solide Tumoren entwickelt werden, was neue Perspektiven eröffnet.

Zielgerichtete Onkologie und Präzisionsmedizin

Unser Verständnis und unsere Behandlung von Krebs haben sich so weiterentwickelt, dass sich Patientengruppen genauer einteilen und nahezu individuelle, zielgerichtete Therapien anbieten lassen. Diese greifen meist Mutationen an, die das Tumorwachstum antreiben, und bieten dadurch höhere Wirksamkeit und/oder Sicherheit. Fortschritte in der Antikörpertechnologie ermöglichen außerdem, Medikamente präziser und wirksamer ins Tumorgewebe zu bringen. Beispielsweise hat Enhertu das progressionsfreie Überleben bei einer bestimmten Brustkrebsgruppe nahezu verdoppelt.

Verwandter Beitrag: Präzisionsonkologie und individuelle Behandlung – Ein umfassender Blick auf die Medizin der Zukunft

Diese technischen Fortschritte verbessern Überleben und Lebensqualität erheblich und erhöhen zugleich die Umsätze der Gesundheitsbranche. Sie verändern die Krebsbehandlung grundlegend und geben durch wirksamere, stärker personalisierte Optionen Anlass zur Hoffnung.

Grafik zur Verbesserung des Überlebens bei nichtkleinzelligem Lungenkrebs im Zeitverlauf

Produktivitätsschub in der onkologischen Forschung und Entwicklung

Diese Neuerungen sind Teil eines Produktivitätszuwachses in der Arzneimittelforschung und -entwicklung. So war die Zahl der von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA im Jahr 2022 zugelassenen neuen molekularen Wirkstoffe doppelt so hoch wie 2010. Der Anteil der Onkologie an diesen Zulassungen nimmt stetig zu.

Anteil neuer FDA-Zulassungen nach Therapiegebiet und Erkrankung

Der obigen Grafik zufolge hat die Onkologie unter den Therapiegebieten den höchsten Anteil an Arzneimittelzulassungen. Außerdem lag ihr Anteil 2021 über dem des vorangegangenen Jahrzehnts 2010-2020. Dies könnte das wachsende Interesse und zunehmende Investitionen in Krebsforschung und Therapieentwicklung widerspiegeln. In anderen Bereichen lagen die Zulassungsanteile 2021 niedriger oder etwa auf dem Niveau des Vorjahrzehnts.

Gegenwart und Zukunft onkologischer Investitionen

Mehrere wichtige langfristige Faktoren beeinflussen die Entwicklung der Onkologie. Jeder davon prägt die Zukunft von Krebsforschung und Behandlung.

Warum Onkologie?
  • Alterung der Bevölkerung: Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) soll die Zahl der Menschen ab 60 Jahren bis 2050 um das 2,5-Fache auf etwa 2,5 Milliarden steigen. Eine alternde Bevölkerung bedeutet ein höheres Krebsrisiko, da ältere Menschen häufiger erkranken als jüngere. Dadurch kann die Zahl der Krebsfälle zunehmen.

Siebzig Prozent der Krebsdiagnosen werden im Alter von sechzig Jahren oder später gestellt

  • Adipositas und Lebensstilfaktoren: Adipositas und andere Lebensstilfaktoren gelten als wichtige Krebsrisikofaktoren. Ihre Zunahme kann langfristig zu mehr Krebserkrankungen führen.
  • Umweltfaktoren: Umwelteinflüsse wie Industrieverschmutzung tragen ebenfalls zum Anstieg der Krebsinzidenz bei. Laut einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) ist Umweltverschmutzung für etwa 10% der Krebsfälle in Europa verantwortlich.

Diese Faktoren fördern gemeinsam das Wachstum des Onkologiemarkts. IQVIA prognostiziert, dass der weltweite Onkologiemarkt bis 2027 einen Wert von 375 Milliarden Dollar erreicht.

Onkologische Ausgaben nach Krebsart

Investitionsmöglichkeiten in der Onkologie entdecken

Der Innovationsschub der vergangenen zehn Jahre und solide Kapitalmärkte haben die Zahl der Unternehmen im Onkologiebereich stark erhöht. Dies zeigt sich besonders bei Börsengängen neuer Onkologieunternehmen. Analysen zufolge ist ihre Börsengangsquote in den letzten 10 Jahren deutlich gestiegen. Dies verdeutlicht, wie rasch Investitionen, Innovationen und die Zahl der Unternehmen in diesem Bereich wachsen.

Börsengänge von Onkologieunternehmen in den letzten 10 Jahren

Dies dürfte größere Investitionsmöglichkeiten bedeuten.

Ist Onkologie attraktiver als andere Biotechnologiebereiche?

Nasdaq-Experten haben darauf eine interessante Antwort. Nasdaq ist der zweitgrößte Börsenmarkt der Welt und war die erste elektronische Börse. Die Plattform ist besonders durch Technologieunternehmen geprägt und zugleich ein wichtiges Handels- und Investitionszentrum für Biotechnologie, Einzelhandel, Industrie und viele weitere Branchen. Sie bietet unter anderem Dienstleistungen für Börsengänge, Aktienhandel und den Austausch von Finanzdaten.

Warum die Onkologie in der Biotechnologie als führendes Segment gilt, lässt sich anhand von Indizes wie dem Nasdaq Biotechnology Index (NBI) und dem S&P Biotechnology Select Industry Index (SPSIBI) erläutern:

  1. Innovative, schnell wachsende Unternehmen: Die Onkologie bietet Zugang zu innovativen, rasch wachsenden Unternehmen, die bei neuen Behandlungsmethoden und Technologien eine Vorreiterrolle spielen. Diese Innovationskraft eröffnet Anlegern ein attraktives Wachstumspotenzial.
  2. Dominanz etablierter Marktführer im NBI: Der NBI wird von etablierten, führenden Unternehmen mit langsamerem Wachstum dominiert. Gegenüber dynamischen, innovativen Onkologieunternehmen könnte dies ein geringeres Wachstumspotenzial bedeuten.
  3. Risiko spekulativer Unternehmen im SPSIBI: Der SPSIBI kann Anleger spekulativen Unternehmen mit hohem Liquiditätsverbrauch aussetzen. Dies kann mit einem höheren Anlagerisiko verbunden sein.
  4. Kein Engagement in nichttherapeutischen Bereichen: Während Onkologieindizes von Beteiligungen in nichttherapeutischen Bereichen wie der Diagnostik profitieren, konzentrieren sich allgemeine Biotechnologieindizes möglicherweise weniger auf solche Bereiche.
  5. Vernachlässigung von Qualitätsfaktoren: Biotechnologieindizes können Qualitätsmerkmale wie wissenschaftliche Erfolge und die bisherige Unternehmensführung außer Acht lassen. Anleger könnten dadurch an Unternehmen geringerer Qualität beteiligt sein.
  6. Politischer Rückenwind: Das Ziel der Biden-Harris-Regierung, die Krebssterblichkeit bis 2050 zu halbieren, schafft günstigen politischen Rückenwind für die Onkologie. Dies könnte Investitionen in entsprechende Unternehmen attraktiver machen.

Tema CANC ETF: ausgewogene Portfolioverteilung nach onkologischen Technologien und Unternehmensprofilen

Diese beiden Kreisdiagramme zeigen die Verteilung des Tema CANC ETF, eines börsengehandelten Fonds, auf verschiedene onkologische Technologien und Unternehmensprofile. Links ist die Aufteilung nach Technologien farbig dargestellt. Sie verdeutlicht die technologische Breite des Portfolios. Rechts erfolgt die Einteilung nach Unternehmensprofil: Unternehmen in der „Gründungsphase“, Unternehmen in der „Wachstumsphase“ und „aufstrebende Biopharmaunternehmen“. Die Aufteilung zeigt eine nach Reifegrad ausbalancierte Risikostruktur mit Investitionen sowohl in solide Unternehmen der Gründungsphase als auch in junge Biotechnologieunternehmen mit hohem Potenzial.

Warum sollte ich im derzeitigen Umfeld eine Investition in Onkologie erwägen?

Nasdaq-Experten sind der Ansicht, dass der Biotechnologiesektor derzeit außergewöhnliche Wertchancen bietet.

In den vergangenen zwei Jahren erlebte der Biotechnologiesektor den schwersten Abschwung seit Jahrzehnten.

Der schlimmste Biotechnologieabschwung seit Jahrzehnten und der Wertverlust kleiner Biotechnologieunternehmen

Die Grafik vergleicht Abschwünge im Biotechnologiesektor während verschiedener Wirtschaftszyklen. Die horizontale Achse zeigt Monate von 0-37, die vertikale Indexwerte von 0,3 bis 1,0. Die in 2001, 2008, 2015 und 2021 begonnenen Zyklen sind unterschiedlich eingefärbt. Während die Zyklen von 2001 (blau), 2008 (grün) und 2015 (violett) nach einer gewissen Zeit den Indexwert 1 als Höchststand erreichten, zeigte der Zyklus von 2021 (rot) einen anhaltenden Abwärtstrend bis etwa 0,5. Dies verdeutlicht, dass der Biotechnologiemarkt von 2021 die schlechteste Phase seit Jahrzehnten durchlief und die Handelswerte von nahezu 25% der kleinen Biotechnologieunternehmen unter ihrem Barmittelbestand lagen.

Den Analysen zufolge werden fast 25% der kleinen Biotechnologieunternehmen unter dem Nettobarmittelbestand ihrer Bilanz gehandelt, also mit negativem Unternehmenswert. Manche benötigen zusätzliche Mittel, um ihre Forschungsprogramme abzuschließen. Dennoch verdeutlicht dies den starken Rückgang der Bewertungen.

Große Pharmaunternehmen müssen Ersatz für ihre Einnahmequellen finden – und haben die Mittel dafür

Für große Pharmaunternehmen sind die Herausforderungen und Strategien der kommenden fünf Jahre entscheidend. Rund 350 Milliarden Dollar Umsatz sind durch auslaufende Patente gefährdet. Ihre strategischen Möglichkeiten lassen sich so zusammenfassen:

  1. Übernahme innovativer Biotechnologieunternehmen: Um die durch Patentabläufe entstehenden Umsatzlücken zu schließen, können große Pharmaunternehmen kleinere innovative Biotechnologiefirmen übernehmen und damit ihre Portfolios um neue Produkte erweitern.
  2. Vorhandenes „trockenes Pulver“: Große Pharmaunternehmen verfügen demnach über erhebliche Mittel für solche Übernahmen. Dieses verfügbare Kapital, das „trockene Pulver“, beläuft sich auf 838 Milliarden Dollar und entspricht 74% der gesamten Marktkapitalisierung des S&P-Biotechnologieindex. Es zeigt die Fähigkeit zu bedeutenden Übernahmen.
  3. Fokus auf die Onkologie: Die Onkologie steht bei künftigen Entwicklungspipelines im Mittelpunkt. Ihre ständige Weiterentwicklung und der Bedarf an innovativen Behandlungen lassen ein großes Potenzial erkennen.
  4. Jüngste Transaktionen: Übernahmen wie der Kauf von Seagen durch Pfizer zeigen das Interesse großer Pharmaunternehmen an der Onkologie. Solche Geschäfte erfolgen meist mit hohen Aufschlägen, den Analysen zufolge im Durchschnitt 98%.

Durchschnittliche Übernahmeaufschläge bei Onkologieunternehmen 2019 bis 2023

Die Grafik zeigt die Aufschläge bei Übernahmen von Onkologieunternehmen zwischen 2019 und 2023. Die Unternehmen sind nach Übernahmejahr angeordnet; darüber steht jeweils, um wie viel der Kaufpreis den Marktwert überstieg. Manche wurden mit hohen, andere mit vergleichsweise niedrigen Aufschlägen übernommen. Eine gestrichelte Linie im oberen Bereich markiert den durchschnittlichen Aufschlag von 98%. Dies zeigt einen durchschnittlichen Aufschlag, der nahezu einer Verdopplung ihrer Marktwerte entspricht.

Welche Risiken haben Investitionen in die Onkologie?

Die Risiken von Investitionen in Onkologie und Biotechnologie ergeben sich aus der Komplexität und Dynamik dieser Bereiche. Ihr Management ist für den Anlageerfolg entscheidend. Zu den Risiken und möglichen Strategien gehören:

  • Produktrisiko:
    • Wissenschaftliches Risiko: Eine biologische Hypothese kann sich als nicht tragfähig erweisen. Eine sorgfältige Analyse wissenschaftlicher Daten und Hypothesen kann dieses Risiko verringern.
    • Klinisches Risiko: Ein Produkt kann beim Menschen die erwartete Wirkung verfehlen. Eine detaillierte Analyse klinischer Daten durch Fachleute kann dieses Risiko minimieren.
    • Kommerzielles Risiko: Ein Produkt erzielt möglicherweise nicht genügend Umsatz. Eine genaue Modellierung von Marktgröße und Marktpotenzial anhand kommerzieller Daten unabhängiger Dritter kann dieses Risiko verringern.
  • Finanzierungsrisiko:
    • Biotechnologieunternehmen benötigen möglicherweise zusätzliche Mittel, um ihre Forschungs- und Entwicklungsprogramme abzuschließen. Sorgfältige Bilanzanalysen und begrenzte Positionsgrößen sind wirksame Strategien zum Umgang damit.
  • Regulatorisches Risiko:
    • Dieses im Gesundheitssektor stets vorhandene Risiko ist besonders bei neuen Vorschriften und politischen Maßnahmen relevant. Änderungen der Medicare-Preisregeln in den USA oder der Erstattungsregeln in der Türkei können beispielsweise als beherrschbare Branchenrisiken gelten. Krebsmedikamente gehören wegen des großen ungedeckten medizinischen Bedarfs zu geschützten therapeutischen Kategorien. Dies kann negative Auswirkungen solcher Regelungen abmildern.

Fazit

Die onkologische Revolution beschleunigt sich mit den wachsenden Möglichkeiten der Unternehmen. Um die Profiteure dieser Entwicklungen zu erkennen und die Risiken sorgfältig zu steuern, sind jedoch Fachkenntnisse erforderlich.

Quellen

Von David K. Song, MD, PhD. Investing in oncology: a biotech revolution in research, diagnosis, and treatment of cancer. 15. August 2023. https://temaetfs.com/insights/investing-in-oncology-a-biotech-revolution-in-research-diagnosis-and-treatment-of-cancer
DROZDOGAN KI

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Drozdogan-Assistent

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