Rosa Oktober – Brustkrebs-Aufklärungsmonat 2019

In diesem Artikel
Pressemitteilung zum Rosa Oktober, dem Brustkrebs-Aufklärungsmonat
Im Namen der Zweigstelle Antalya der Türkischen Gesellschaft für Krebsforschung und Krebsbekämpfung:
- Prof. Dr. Mustafa Özdoğan
- Prof. Dr. Ömer Özkan
Im Namen der Gesellschaft für Brusterkrankungen Antalya:
- Prof. Dr. Cumhur Arıcı
Weltweit gilt der Oktober jährlich als Brustkrebs-Aufklärungsmonat. Verschiedene Veranstaltungen sollen das Bewusstsein stärken. Dafür kommen zivilgesellschaftliche Organisationen, Gesundheitsfachkräfte, Brustkrebspatientinnen, Presse und Bevölkerung zusammen, um über Ursachen, schützende Faktoren, Früherkennung und therapeutische Fortschritte zu informieren.
Die Brustkrebssterblichkeit bei Frauen ist insbesondere in entwickelten Ländern von 1989 bis 2016 um % 40 gesunken. Den größten Anteil an diesem wichtigen Fortschritt hat die Früherkennung durch Screening und erhöhtes Bewusstsein. Eine unserer Prioritäten ist die Aufklärung von Frauen, damit sie ihre Brustgesundheit aktiv fördern.
Brustkrebsstatistik
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und betrifft weltweit jährlich 2,1 Millionen Frauen. Zugleich verursacht er unter Frauen die meisten krebsbedingten Todesfälle. Schätzungsweise starben 2018 insgesamt 627.000 Frauen daran. Dies entspricht etwa % 15 aller weiblichen Krebstodesfälle.
Die Zahl neu diagnostizierter Frauen steigt weltweit in nahezu jeder Region. Gegenwärtig trägt lebenslang von jeweils 8 Frauen eine (%13) das Brustkrebsrisiko und von jeweils 38 Frauen eine (%2.6) das Risiko, an Brustkrebs zu sterben.
In entwickelten Ländern liegt aufgrund von mehr Aufklärung, stärkerer Screeningteilnahme und besser zugänglichen Therapien das 5-Jahres-Überleben, also die Heilungsrate, nahezu bei %95. In unserem Land sind jährlich ungefähr 20.000 Frauen betroffen. Angesichts der Risikofaktoren erwarten wir, dass die Zahl der Diagnosen über die Jahre steigen wird.
Eine besonders wichtige Feststellung für unser Land ist das Auftreten in jüngerem Alter. In westlichen Ländern werden unter 40 Jahren %5-7 der Brustkrebsfälle diagnostiziert, bei uns ungefähr %20. Obwohl Brustkrebs vor allem eine Erkrankung höheren Alters ist, sind hierzulande %50 der Patientinnen unter 50 Jahre alt. Daher sind insbesondere für unser Land Brustkrebs in jungen Jahren und das Bewusstsein dafür sowie nach dem Alter von 40 Jahren Mammografie- untersuchungen außerordentlich wertvoll.
Es darf nicht vergessen werden, dass Früherkennung bei Brustkrebs durch minimale Operationen die Brustästhetik besser erhält, weniger Chemotherapie und verwandte Behandlungen erfordert, Patientin und Familie weniger belastet und vor allem ein längeres Leben ermöglicht.
Brustkrebsrisikofaktoren
Zahlreiche Studien bestätigen, dass Alkoholkonsum das Brustkrebsrisiko pro durchschnittlich täglich getrunkenem Glas um etwa % 7-10 erhöht. Frauen mit täglich 2-3 alkoholischen Getränken haben gegenüber Nichttrinkerinnen ein um 20 Prozent höheres Risiko.
Adipositaserhöht das Brustkrebsrisiko nach den Wechseljahren. Bei adipösen Frauen ist das Risiko etwa 1,5-mal höher als bei schlanken Frauen.
Zunehmende Belege zeigen, dass regelmäßig körperlich aktive Frauen gegenüber inaktiven Frauen ein um % 10 bis % 25 niedrigeres Brustkrebsrisiko haben.
Begrenzte, aber wachsende Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Rauchen das Brustkrebsrisiko erhöhen kann, insbesondere bei langjährigem starkem Rauchen und Frauen, die vor ihrer ersten Schwangerschaft zu rauchen beginnen.
Brustkrebssymptome
Häufige Symptome sind Veränderungen an Brustwarze und Haut, Asymmetrie der Brust, schmerzhafte oder schmerzlose tastbare Knoten sowie Brustwarzensekretion. Brustkrebs kann auch ohne Symptome auftreten. Deshalb sind Bevölkerungsscreening und Mammografie äußerst wichtig.
- Verwandtes Thema: Welche Brustkrebssymptome gibt es außer einem tastbaren Knoten?
Früherkennung von Brustkrebs
Jede Frau sollte ab 20 Jahren monatlich ihre Brüste im Spiegel betrachten und auf Verformung, Asymmetrie sowie Veränderungen an Haut und Brustwarzen achten. Ab 40 Jahren sollte regelmäßig jährlich eine Mammografie erfolgen.
Biopsie und Operation bei Brustkrebs
In den letzten Jahren haben minimale, die Patientin möglichst wenig schädigende Operationsverfahren an Bedeutung gewonnen. Brustkrebsoperationen sollten daher von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden. Vor der Operationsplanung muss unbedingt eine Brustbiopsie erfolgen, um die biologischen Tumormerkmale und bei bestätigtem Krebs das Stadium beziehungsweise die Ausbreitung festzustellen. Unnötig ausgedehnte Achseloperationen sollten möglichst vermieden werden. Für eine korrekte Operationsplanung müssen Patientinnen bereits ab Erstdiagnose durch multidisziplinäre Teams beurteilt werden.
Übermäßige Operationen gehören in den letzten Jahren zu den größten Problemen der Brustkrebsbehandlung. Erfolgt eine Beurteilung durch multidisziplinäre Teamsnicht,nimmt die Angst der Patientin zu. Dies führt mitunter unnötigerweise zur Entfernung beider Brüste und zur vollständigen Ausräumung des Brustinneren. Wegen unvollständiger oder fehlerhafter Bestimmung des Wächterlymphknotens, des Sentinel Nodes, nehmen auch übermäßige Achseloperationen zu. Brustkrebs sollte ausschließlich von kompetenten multidisziplinären Teams beurteilt und die für die Patientin passendste Behandlung geplant werden.
Brustrekonstruktion nach Brustkrebs
Die plastische Chirurgie ist bei Brustkrebsoperationen äußerst wichtig. Der Erhalt der sexuellen Identität einer Frau ist ebenso wichtig wie der Erhalt ihres Lebens. Brustkrebs gehört zu den Bereichen mit den größten Fortschritten plastisch-chirurgischer Techniken. Heute ist die plastische Chirurgie einer der wichtigsten Bestandteile des multidisziplinären Teams. Bei multifokalem Brustkrebs, großen Tumoren und nachgewiesen erblichem Brustkrebs gehören Operationen mit schlechten kosmetischen Ergebnissen dank plastisch-chirurgischer Verfahren fast der Vergangenheit an.
Wichtige Fortschritte der medikamentösen Brustkrebsbehandlung
In den letzten 10 Jahren wurden einschließlich zielgerichteter Therapien und Immuntherapien insgesamt 12 neue Krebsmedikamente für die Brustkrebsbehandlung von der FDA (US-amerikanische Arzneimittelbehörde) zugelassen und trugen wesentlich zum Leben der Patientinnen bei.
Auf dem diese Woche stattfindenden Europäischen Onkologiekongress (ESMO 2019) wurden Ergebnisse sehr wichtiger Brustkrebsstudien vorgestellt, die wesentlich zum Überleben beitragen. Bei ESMO 2019 wurde bei lokal fortgeschrittenem triple-negativem Brustkrebs, einer aggressiven Form mit begrenzten Behandlungsoptionen, durch Ergänzung der Chemotherapie mit Immuntherapie beim pathologischen vollständigen Ansprechen ein Anstieg der Rate von %51 auf %65 beobachtet. Bei hormonsensitivem metastasiertem Brustkrebs überschritt durch Ergänzung klassischer Hormontherapien mit CDK4/6-Inhibitoren das Überleben nahezu 4 Jahre. Bei Her2-positivem Brustkrebs wurde diese schwierige Erkrankung durch die Kombination mehrerer zielgerichteter Therapien und Chemotherapie deutlich besser beherrschbar. Erbliche Brustkrebsformen zeigen vielversprechende Ergebnisse mit speziell zielgerichteten Behandlungen.
Wichtige Kongressthemen waren steigende Behandlungskosten und der erschwerte Therapiezugang für Krebspatienten. Wie unser Land leiden sämtliche Länder unter steigenden Kosten. Deshalb sollten Patienten über klinische Studien aufgeklärt, Ärzte, Behörden und Gesundheitseinrichtungen darauf aufmerksam gemacht und mehr Studien durchgeführt werden. In unserem Land laufen 14 internationale klinische Studien zu Brustkrebs. Es ist äußerst wichtig, dass in den kommenden Jahren sowohl diese Zahl als auch die Zahl teilnehmender Zentren steigt.
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