Was ist eine zielgerichtete Krebstherapie? Alle FDA-zugelassenen intelligenten Medikamente

In diesem Artikel
Welche intelligenten Medikamente sind von der FDA zugelassen?
Die US-amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA)gilt weltweit als führende Institution bei der Zulassung neuer Krebsmedikamente; ihre Entscheidungen sind selbstverständlich jedoch nur innerhalb der USA verbindlich. Dennoch sind FDA-Zulassungen für onkologische Fachkräfte weltweit der wichtigste Standard für neue Krebsbehandlungen.
Die FDA hat bislang viele zielgerichtete Krebsmedikamente zugelassen; zahlreiche weitere werden in klinischen Studien allein oder in Kombination mit anderen Behandlungen erprobt. Nachfolgend findet sich eine Liste der bislang von der FDA für Krebserkrankungen zugelassenen zielgerichteten Therapien und ihrer molekularen Ziele.





Was ist ein zielgerichtetes / intelligentes Medikament?
Zielgerichtete Krebstherapien sind Medikamente, die dazu entwickelt wurden, in spezifische / besondere Moleküle einzugreifen, die für Tumorwachstum und -fortschreiten erforderlich sind.
Herkömmliche zytotoxische (zelltötende) Chemotherapientöten gewöhnlich schnell teilende Zellen im Körper, indem sie die Zellteilung hemmen. Das Hauptziel zielgerichteter Krebsmedikamente ist es, Behandlungen gegen Krebszellen einzusetzen, die präziser und potenziell nebenwirkungsärmer sind.
Welche Arten zielgerichteter Therapien gibt es?
Zielgerichtete Krebsmedikamente werden im Allgemeinen als monoklonale Antikörper oder kleine Moleküle eingestuft.
1. Monoklonale Antikörper
Monoklonale Antikörper (mAb) sind große biologische Wirkstoffe – sie werden also aus lebenden Organismen hergestellt –, die im Labor entwickelt und gezielt dafür entworfen werden, insbesondere Ziele im Blutkreislauf zu erkennen und an sie zu binden. Dabei hemmen sie einen Rezeptor und die von der Zellmembran nach innen verlaufende Zellsignalübertragung oder lösen indirekt eine Funktion wie Apoptose beziehungsweise die Aktivität des Immunsystems indirekt aus. Einige monoklonale Antikörper werden, da sie auf ein in einem zellulären Signalweg vorkommendes spezifisches Protein abzielen, als zielgerichtete Therapien angesehen. Beispiele hierfür sind Trastuzumab, das auf den HER2-Rezeptor abzielt, oder Bevacizumab, das auf den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) abzielt . Die nachfolgend ausführlich beschriebenen Immuntherapien der neuen Generation sind ebenfalls Medikamente mit der Struktur monoklonaler Antikörper, die so entworfen wurden, dass das Immunsystem eine Krebszelle als fremd erkennt.
Die mit monoklonalen Antikörpern verbundenen Nebenwirkungen beruhen auf ihren jeweiligen Wirkmechanismen. Alle monoklonalen Antikörper können jedoch allergische Reaktionen wie eine anaphylaktische Reaktion oder eine infusionsbedingte Reaktion (bei der Verabreichung einer Infusion in eine Vene) verursachen. Die meisten Nebenwirkungen gelten als leicht.
Aufgrund ihrer Größe und weil sie aus Molekülen bestehen, die im sauren Milieu des Magens typischerweise abgebaut werden, werden monoklonale Antikörper intravenös (über eine Vene) verabreicht.
2. Medikamente aus kleinen Molekülen
Medikamente aus kleinen Molekülen sind Wirkstoffe, die klein genug sind, um leicht in Zielzellen einzudringen und dort ihre Wirkung zu entfalten. Die meisten kleinen Moleküle, die zur Krebsbehandlung eingesetzt werden, zielen auf bestimmte Faktoren im Zellinneren ab, die an Zellvermehrung, Überleben, Wanderung und Angiogenese beteiligt sind. Da Medikamente aus kleinen Molekülen bestimmte Ziele haben, werden sie häufig als zielgerichtete Wirkstoffe bezeichnet. Allerdings können auch andere Arzneimitteltypen, etwa monoklonale Antikörper, als zielgerichtete Wirkstoffe betrachtet werden.
Es gibt viele unterschiedliche Klassen von Medikamenten aus kleinen Molekülen, die nach dem von ihnen gehemmten Faktor oder Prozess benannt werden. Eine große Klasse sind beispielsweise Tyrosinkinasehemmer: Moleküle, die in den Zellen vorhandene oder von den Zellen exprimierte Proteine (Tyrosinkinasen) hemmen. Beispiele bei Lungenkrebs sind Medikamente gegen EGFR und ALK -Rezeptor- Mutationen.
Die mit Medikamenten aus kleinen Molekülen verbundenen Nebenwirkungen unterscheiden sich je nach Wirkmechanismus; die meisten Nebenwirkungen gelten als mäßig.
Medikamente aus kleinen Molekülen werden typischerweise oral (über den Mund) verabreicht, was sie für die meisten Patienten praktisch macht.
Benennung
Wie alle Medikamente haben zielgerichtete Krebstherapien typischerweise mehrere unterschiedliche Namen. Während der Entwicklung eines chemischen Wirkstoffs zum Medikament werden ein oder mehrere Namen verwendet, um die chemische Verbindung zu bezeichnen. Ist das Medikament erfolgreich, erhält es einen generischen Namen und anschließend einen Markennamen, den das Pharmaunternehmen für die Vermarktung verwendet. Beispielsweise ist ein kleines Molekül mit dem Codenamen STI-571 als Imatinib (generischer Name) bekannt und wird von Novartis unter dem Markennamen Gleevec vermarktet.
Der Name eines zielgerichteten Krebsmedikaments liefert Hinweise auf seinen Typ und sein zelluläres Ziel.
Monoklonale Antikörper enden auf "-mab" (monoklonaler Antikörper). Kleine Moleküle enden auf "-ib" (dies weist darauf hin, dass der Wirkstoff proteinhemmende Eigenschaften besitzt). Monoklonale Antikörper haben Endungen, die die Herkunft der Verbindung angeben, beispielsweise für chimäre Mensch-Maus-Antikörper "-ximab", für humanisierte Mausantikörper "-zumab" und für vollständig menschliche Antikörper "-mumab" .
Quellen
mycancergenome.org
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